Skip to content
1760–1826

Die Vergänglichkeit .

Johann Peter Hebel

Du gute Burst, ’s cha frili sy, was meinsch? ’schunnt alles iung und neu, und alles schlicht im Alter zu, und alles nimmt en End, und nüt stoht still. Hörsch nit, wie ’s

Wasser ruuscht, und siehsch am Himmel obe Stern an Stern? Me meint, vo alle rühr si kein, und doch ruckt alles witers, alles chunnt und goht.

Je, ’s isch nit anderst, lueg mi a, wie d’ witt. De bisch no iung; uärsch, i bi au so gsi, iezt würds mer anderst, ’s Alter, ’s Alter

chunnt, und woni gang, go Gresgen oder Wies, in Feld und Wald, go Basel oder heim, ’s isch einerley, i gang im Chilchhof zu, —

briegg, alder nit! — und biß de bisch wien ich, e gstandene Ma, se bini nümme do, und d’ Schof und Geiße weide uf mi’m Grab.

Jo wegerli, und ’s Hus wird alt und wüst; der Rege wäscht der’s wüster alli Nacht, und d’ Sunne bleicht der’s schwärzer alli Tag, und im Vertäfer popperet der Wurm.

Es regnet no dur d’ Bühne ab, es pfist der Wind dur d’ Chlimse. Drüber thuesch du au no d’ Auge zu; es chömme Chindes-Chind,

und pletze dra. Z’lezt fuults im Fundement, und’s hilft nüt me. Und wemme nootno gar zweytusig zehlt, isch alles zsemme g’keit. Und endli sinkt ’s ganz Dörfli in si Grab.

Wo d’ Chilche stoht, wo ’s Vogts und ’s Here Hus, goht mit der Zit der Pflug —

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Die Vergänglichkeit . · Johann Peter Hebel · Poetry Cove