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1760–1826

Die Spinne .

Johann Peter Hebel

Nei lueget doch das Spinnli a, wie ’s zarti Fäde zwirne cha! Bas Gvatter meinsch, chasch’s au ne so? De wirsch mers, traui, blibe lo.

Es machts so subtil und so nett, i wott nit, aßi ’s z’ hasple hätt. Wo het’s die fini Riste g’no, by wellem Meister hechle lo?

Meinsch, wemme ’s wüßt, e mengi Frau, sie wär so gscheit, und holti au! Jez lueg mer, wie ’s si Füeßli sezt, und spinne will, und d’ Finger nezt.

Es zieht e lange Faden us, es spinnt e Bruck ans Nochbers Hus, es baut e Land-Stroß in der Luft, morn hangt sie scho voll Morgeduft,

es baut e Fußweg nebe dra, ’s isch, aß es ehne dure cha. Es spinnt und wandlet uf und ab, Potz tausig, im Gallop und Trap! —

Jez gohts ring um, was hesch, was gisch! Siehsch, wie ne Ringli worden isch! Jez schießt’s die zarte Fäden i. Wirds öbbe solle gwobe sy?

Es isch verstuunt, es haltet still, es weiß nit recht, wo ’s ane will. ’s goht weger z’ruck, i sieh’s em a; ’s muß näumis rechts vergesse ha.

„zwor, denkt es, sel pressiert io nit, i halt mi nummen uf dermit.“ Es spinnt und webt, und het kei Rast, so gliichlig, me verluegt si fast

Und ’s Pfarers Christoph het no gseit, ’s seig iede Fade zseme gleit. Es mueß ein guti Auge ha, wers zehlen und erchenne cha.

Jez puzt es sini Händli ab, es stoht, und haut der Faden ab. Jez sizt es in si Summer-Hus, und luegt die lange Stroßen us.

Es seit: „Me baut si halber z’ tod, doch freuts ein au, wenns Hüsli stoht.“ In freie Lüste wogt und schwankts, und an der liebe Sunne hangts;

sie schint em frey dur d’ Beinli dur, und ’s isch em wohl. In Feld und Flur sieht ’s Mückli tanze, iung und feiß; ’s denkt by nem selber: „Hätti eis!“

O Thierli, wie hesch mi vertzückt! Wie bisch so chlei, und doch so gschickt! Wer het di au die Sache glehrt? Denkwol der, wonis alli nährt,

mit milde Händen alle git. Bis zfrieden! Er vergißt di nit.

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