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1760–1826

Die Mutter am Christ-Abend .

Johann Peter Hebel

Erschloft, er schloft! Do lit er, wie ne Grof! Du lieben Engel, was i bitt, by Lib und Lebe verwach mer nit, Gott gits de Siinen im Schlof!

Verwachmer nit, verwachmer nit! Di Mutter goht mit stillem Tritt, sie goht mit zartem Mutter-Sinu, und holt e Baum im Chämmerli d’inn.

Was henki der denn dra? Ne schöne Lebchueche-Ma; ne Gitzeli, ne Mummeli und Blüemli wiiß und roth und gel,

alles vo süessem Zucker-Mehl. ’s isch gnueg, du Mutter-Herz, viel Süeß macht numme Schmerz! Gib’s sparsem, wie der liebi Gott,

er helset nit alli Tag Zucker-Brod. Jez Rümmechrüsliger her, die allerschönste, woni ha, ’s isch nummen au kei Möseli dra!

Wer het sie schöner, wer? ’s isch wohr, es isch e Pracht, was so en Oepfel lacht; und isch der Zucker-Beck e Ma,

se mach er so ein, wenn er cha! Der lieb Gott het en gmacht. Was hani echt no meh? Ne Fazenetli wiiß und roth,

und das eis vo de schöne. O Chind vor bittre Thräne biwahr di Gott, biwahr di Gott! Und was isch meh do inn?

ne Büechli, Chind! ’s isch au no di; i leg der schöni Helgeli dri, und schöni Gibetli sin selber drinn. Jez chönnti, traui, goh;

es fehlt nüt meh zum Gute — Potz tausig, no ne Ruthe! Do isch sie scho, do isch sie scho! ’s cha sy, sie frent di nit,

’s cha sy, sie haut der ’s Vüdeli wund; doch witt nit anderst, sen ischs der gsund, de muesch nit, wenn d’ nit witt. Und willschs nit anderst ha,

in Gottis Name seig es drum! Doch Muetter-Liebe isch zart und frumm, sie windet rothi Bendeli dri, und macht e Letschli dra.

Jez wär er usstaffirt, und wie ne May-Baum ziert, und wenn bis früeih der Tag verwacht, het ’s Wienecht-Chindli alles gmacht.

De nimmschs und danksch mer’s nit; Drum weisch nit, wer ders git; Doch machts der numme ne frohe Muth, und schmekts der numme, sen ischs scho gut.

Bym Bluest, der Wächter rüeft scho Oelfi! Wie doch d’Zit verrinnt, und wie me si vertieft, wenn ’s Herz an näumis Nahrig findt!

Jez, bhütdi Gott der Her! en anderi Cheri mehr! Der heilig Christ isch hinecht cho, het Chindes Fleisch und Blut ag’no;

Wärsch au so brav, wie er!

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