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1760–1826

Der Schmelz-Ofen .

Johann Peter Hebel

Jez brennt er in der schönsten Art, und ’s Wasser ruuscht, der Blosbalg gahrt, und bis aß d’Nacht vom Himmel fallt, se würd die ersti Maßle chalt.

Und ’s Wasser ruuscht, der Blosbalg gahrt; i ha druf hi ne Gulde g’spart. Gang Chüngi, lengis alte Wi, mer wen e wengli lustig sy!

Ne Freudestund isch nit verwehrt; me gnießt mit Dank, was Gott bischert, me trinkt e frische frohe Mueth, und druf schmekt wieder ’s Schaffe gut.

E Frendestund, e guti Stund! ’s erhaltet Lib und Chräfte gsund; doch muß es in der Ordnig goh, sust het me Schand und Leid dervo.

E frohe Ma, ne brave Ma! Jez schenket i, und stoßet a: „es leb der Marggrov und si Huus!“ Ziehnt d’Chappen ab, und trinket us!

Ne bessere Her treit d’Erde nit, ’s isch Sege, was er thut und git, i cha’s nit sage, wieni sott: Vergelts em Gott! Vergelts em Gott!

Und ’s Bergwerch soll im Sege stoh! ’s het menge Burger ’s Brod dervo. Der Her Inspekter lengt in Trog, und zahlt mit Freud, es isch kei Frog.

Drum schenket i, und stoßet a! Der Her Inspekter isch e Ma, mit üsers Gattigs Lüte gmei, und fründli gege groß und chlei.

Er schafft e gute Wi ufs Werk, er holt en über Thal und Berg, er stellt en luter uffe Tisch, und mißt wie’s recht und billig isch.

Sell isch verbey, der Ma am Füür muß z’trinke ha, wärs no so thür; es rieslet menge Tropfe Schweiß, und wills nit go, men ächzet eis.

Me streift der Schweiß am Ermel ab, me schnufet, d’ Bälg verstuune drab, und mengi liebi Mitternacht würd so am heiße Herd verwacht.

Der Schmelzer isch e plogte Ma, drum bringet em’s, und stoßet a: Gsegott! Vergiß di Schweiß und Ach, ’s het ieden anderen au si Sach!

Am Zahltag theiltisch doch mit kei’m, und bringsch der Lohn im Nastuch heim, se luegt di d’Marei fründli a, und seit: „J ha ne brave Ma!“

Druf schlacht sie Eiern-Anken i, nndundsträut e wenig Imber dri; sie bringt Salat und Grüebe dra, und seit: „Jez iß du liebe Ma!“

Und wenn e Ma si Arbet thut, se schmekt em au si Esse gut; er tuuschti nit in Leid und Lieb mit mengem riche Galge-Dieb.

Mer sitze do, und ’s schmektis wohl. Gang Chüngeli lengis no nemol, wil doch der Ofe wieder goht, und ’s Erz im volle Chübel stoht!

Se brenn er denn zu guter Stund, und Gott erhaltich alli gsund, und Gott biwahrich uf der Schicht, aß niemes Leid und Unglück gschicht.

Und chunnt in strenger Winters-Zit, wenn Schnee uf Berg und Firste lit, en arme Bub, en arme Ma, und stoht ans Füür, und wärmt si dra,

und bringt e par Grumbireli, und leits ans Füür, und brotet sie, und schloft by’m Setzer uffem Erz — schlof wohl, und tröst der Gott di Herz!

Dört stoht so ein! Chumm arme Ma, und thue eis Bscheid, mer stoßen a! Gsegott, und tröstder Gott di Herz, me schloft nit lieblig uffem Erz!

Und chunnt zur Zit e Biderma ans Füür, und zündet ’s Pfifli a, und sezt si näumen ane mit, se schmeks em wohl, und — brenn di nit!

Doch fangt e Büebli z’ und meint, es chönns, as wie ne Ma, se macht der Schmelzer churze Bricht, und zieht em ’s Pfifli usem Gsicht.

Er keits ins Füür, und balgt derzu: „du dunderschießige Lappi du, „sug amme Zipfeli Leberwurst, „’s isch besser für so chleini Burst!“

’s isch wohr, ’s git mengi Churzwiil mehr am Suntig no der Chinderlehr, und strömt der füürig Ise-Bach im Sand, es isch e schöni Sach.

Frog menge Ma: „Sag, Nochber he! „hesch au scho ’s Ise werde seh „im füürige Strom de Forme no?“ Was gilts, er cha nit sage: Jo!

Mir wüsse, wie me ’s Ise macht, und wie’s im Sand zu Massle bacht, und wiemes druf in d’Schmidte bringt, und d’Luppen unterm Hammer zwingt.

Jez schenket i, und stoßet a: der Hammer-Meister isch au ne Ma! Wär Hammer-Schmid und Zeiner nit, do läg e Sach, was thät me mit?

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