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1841

Rose und Lilie

Friedrich Hebbel

Die Rose liebt die Lilie, Sie steht zu ihren Füßen; Bald lös't die Glut ihr schönstes Blatt, Es fällt, um sie zu grüßen.

Die Lilie bemerkt es wohl, Sie hätt' das Blättlein gerne; Der Wind verweht's, und Blatt nach Blatt, Jagt er in alle Ferne.

Die Rose doch läßt nimmer ab, Läßt immer neue fallen; Sie grüßt, und grüßt sich fast zu Tod, Doch keines trifft von allen.

Das letzte fängt die Lilie Und thut sich dicht zusammen. Nun glüht das Blatt in ihrem Kelch, Als wär's ein Herz voll Flammen.

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