Skip to content
1841

Mein Päan

Friedrich Hebbel

Ich mögte auch einmal von Freiheit singen, Doch, ist der Drang auch groß, den ich verspüre, Wer sagt mir, wie viel Odem ihm gebühre? Mir däucht, zuvor muß ich den Flamberg schwingen.

Der Tag erst, wo um mich die Schwerter klingen, Wo ich, so wie ich jetzt die Saiten rühre, Mit eig'ner Faust mein gutes Eisen führe, Der Tag erst wird die rechte Antwort bringen.

Auch dann noch fecht' ich still und stumm, gleich Allen, Die schweigend ihren Haß und Grimm getragen, Doch endlich wird mein Blut die Erde färben. Dann soll der Freiheit mein Päan erschallen,

Denn so viel Worte, glaub' ich, darf ich wagen, Als Odem zwischen Fallen bleibt und Sterben.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Mein Päan · Friedrich Hebbel · Poetry Cove