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1836

Herbstgefühl

Friedrich Hebbel

Grünen, Blühen, Duften, Glänzen, Reichstes Leben ohne Gränzen, Alles steigernd, nirgends stockend, Selbst die kühnsten Wünsche lockend:

Ja, da kann ich wohl zerfließen, Aber nimmermehr genießen; Solche Flügel tragen weiter, Als zur nächsten Kirschbaum-Leiter.

Doch, wenn roth die Blätter fallen, Kühl die Nebelhauche wallen, Leis durchschauernd, nicht erfrischend, In den warmen Wind sich mischend:

Dann vom Endlos-Ungeheuren Flücht' ich gern zum Menschlich-Theuren, Und in einer ersten Traube Sieht die Frucht der Welt mein Glaube.

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Herbstgefühl · Friedrich Hebbel · Poetry Cove