Skip to content
1845

Eine Mondnacht in Rom

Friedrich Hebbel

Bei'm Dämmerlicht des Mondes schau' ich gerne Der grauen Weltstadt bröckelnde Ruinen, Die uns als Maaß für ihre Größe dienen, Woran der Mensch sich selber messen lerne;

Denn dieses Licht, das einem trüben Sterne Entfließt, hat ihre Schlachten nie beschienen, Nur die Gefall'nen mit den eh'rnen Mienen, Umstanden von des Heeres bestem Kerne.

Jetzt trägt sie selbst, wie die, den Todesstempel, Drum ziemt sich's, daß dasselbe Licht ihr leuchte, Dann träumt vielleicht ein Dichter, daß die Sonnen Erlöschen, wie Palläste hier und Tempel

Zusammenstürzen, und der oft verscheuchte Vernichtungsengel jetzt den Sieg gewonnen!

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Eine Mondnacht in Rom · Friedrich Hebbel · Poetry Cove