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1845

Die Freiheit der Sünde

Friedrich Hebbel

O glaube nicht, daß du durch deine Sünde Die Welt verwirrst! Wie du auch freveln mögest, Und ob du Gott dein Ich auch ganz entzögest, Du hinderst nicht, daß sie zum Kreis sich ründe!

Ja, ob du, in des innern Abgrunds Schlünde Hinunter taumelnd, völlig dich betrögest Und dich hinauf zur Götter-Freiheit lögest, Doch trifft dich das Gericht, das ich verkünde!

Wir leben nur im Ewigen und Wahren, Und ihm entfliehen wollen, würde heißen, In uns'rer Brust den Odem anzuhalten; Wir können's, doch es wird sich offenbaren,

Daß wir das eig'ne Lebensband zerreißen Und Nichts dadurch im Aether umgestalten.

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