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1850

Auf die Deutsche Künstlerin

Friedrich Hebbel

Ich will das rohe Feuer nicht, Das, durch kein Maaß zurückgehalten, Hervor, wie aus der Hölle, bricht, Um gleich dem Element zu walten:

Ich will den Funken aus den Höh'n, Der sanft der Seele sich verbündet Und langsam wachsend, immer schön, Zuletzt zur Flamme sich entzündet:

Zur Flamme, die den Leib durchstralt, Ihn nicht verzehrt in blindem Toben, Und uns im reinsten Purpur malt, Wie sich Natur und Geist verwoben,

Als wär' zum ersten Mal ein Stern In menschlicher Gestalt erschienen, Verschmolzen bis zum tiefsten Kern Mit Menschenblick und Menschenmienen!

Mit dieser Flamme kröntest du Stets deine schöpf'rischen Gebilde, Drum sprech' ich dir den Lorbeer zu; Megären reiche ihn der Wilde.

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