Skip to content
1845

Apollo von Belvedere

Friedrich Hebbel

Wer schön, wie du, ist, soll dich einst zerschlagen! So sprach der Meister, als er dich vollendet Und vor dir stand, von deinem Glanz geblendet: Er hatte Nichts bei diesem Wort zu wagen.

Denn, wen auch noch seit deines Ursprungs Tagen Die neidische Natur hieher gesendet, Hier hat sich immer sein Triumph geendet, Kein Jüngling stand noch vor dir, als mit Zagen.

Ja, könnte selbst in Zukunft Einer kommen, Dir gleich und dennoch fähig, dich zu hassen, Er würde nimmer büßen sein Gelüste: Er hätte kaum die Axt zur Hand genommen,

So müßt' er sie schon wieder fallen lassen, Weil er schon dadurch häßlich werden müßte.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Apollo von Belvedere · Friedrich Hebbel · Poetry Cove