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1838

1. Das Haus im Walde

Friedrich Hebbel

Ich bin im Walde gegangen, Da traf ich ein kleines Haus, Dort gingen die Engel Gottes Sichtbarlich ein und aus.

Das Gärtchen, umher gezogen, Bot Aepfel und Birnen genug, Ein Weinstock spann sich durch's Fenster, Der duftige Trauben trug.

Die Mutter säugte den Knaben, Sie neigte sich über ihn, Daß ihre rosige Wange Ein Abglanz der seinigen schien.

Nun pflückt sie die schwerste der Trauben, Die selbst die Schulter ihr tickt, Die Rebe will sie erquicken, Wie sie ihr Kind erquickt.

Und vor ihr, auf dem Tische, Steht eine Flasche Wein, Ein Becher dabei, die werden Wohl für den Gatten sein!

Geräusch! – „Dein Vater, Knabe!“ Sie schenkt den Becher voll. Noch nicht! Die Birne fiel nur, Die sie ihm reichen soll.

Ich mögte vor sie treten, Es ist noch eben Zeit, Und sprechen: laß mich trinken, Ich habe noch so weit!

Sie würde den Trunk mir reichen, Der ihm beschieden war, Mir würde sein, als böt' ihn Der Friede selbst mir dar.

Doch nein, ich will mich wenden, Der Wald ist dick und wild, Ich will in den Wald mich verlieren, Wer tritt hinein in ein Bild!

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