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1890

Tristan-Sonett

Otto Erich Hartleben

Da nun du schlummerst, tasten Traumgestalten an deinen Schlaf: dass du die Hände regen, unwillig deine Lippen musst bewegen und weiter ringen mit des Tags Gewalten.

Einst wirst du ruh in schutzesstarken, kalten Armen der Nacht: traumlos wird sich ihr Segen auf deine wunde, welke Stirne legen – und starr und glatt sind deines Kleides Falten.

Wenn sich, gequält, in seiner Träume Kreise der Schläfer windet, lächelst du so weise: es kommt der Tag und lässt sich nicht betrügen. O lerne lächeln auch ob dieser Zeiten,

ob dieses Tages dreisten Wirklichkeiten – es kommt die Nacht und straft sie alle Lügen!

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Tristan-Sonett · Otto Erich Hartleben · Poetry Cove