Skip to content
1902

Das Thor

Otto Erich Hartleben

Aus schwarzem Marmor fügten sie vornacht das Thor und eines seltnen Stolzes Inschrift gruben sie auf seine Stirn. Es drängten die Jahrhunderte an diesen Pfosten sich vorbei, das Haus zerfiel,

das Thor bestand – heut öffnet es die Flügel weit. Auf diesen alten Schwellen lag manch träger Staub – heut aber sollen braundurchwobne Purpurdecken die grauen Quadern tauchen in den Strom der Seide

und einer Herrin wunderzarte Füsse sollen die grossen Wandelsteine scheu auftretend segnen ... Es träumt der Herbst sein reiches Fest. Es herrscht am See der weissen Chrysanthemen spätgeborne Pracht

und jener dunkelrothen Blätter Überfluss, der wie ein Mantel auf den morschen Mauern liegt – Wo die Cypressen dort im Abendlichte glühn, erscheint ihr Grün von Fäden dunklen Golds durchwirkt ...

Die reinen Stufen schreit ich Fragender hinab.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Das Thor · Otto Erich Hartleben · Poetry Cove