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1884

3

Otto Erich Hartleben

Und am andern Morgen in der Frühe stand der König auf und ging mit Daniel vor den Tempel. Und der König fragte: Ist das Siegel unversehrt?

Das Siegel hat kein Mensch berührt, versetzte Daniel. Und die Thür sprang auf. Leer war der Altar. Cyrus aber rief mit lauter Stimme:

Baal, du bist ein grosser Gott! Bei dir ist kein Betrug! Verzeih mir! Und er wollte vorwärts eilen. Halt!, rief Daniel lachend:

Halt, mein König, warte nur ein wenig. Siehe dort! Was siehst du auf dem Boden? Wes sind diese Stapfen? Und der König

sah und sprach: Ich sehe wohl die Tritte. Männer gingen aus und ein und Weiber, Kinder auch ... Und siehst du auch, woher sie

alle kamen und wohin sie laufen? In den grossen Bauch des grossen Baal! Dort mündet ein geheimer Gang ... Ja, König: was der Götze frisst, verdaut der Priester!

Da ergrimmte Cyrus! Alle Priester liess er fangen. Und noch einmal mussten sie mit Weib und Kindern durch die Höhle in den Tempel kriechen – statt der vierzig

Schafe wurden siebzig Priester festlich Baal geschlachtet, der gesättigt grinste. Aber dann zerschlug das Bild des Götzen Daniel und zerbrach des Tempels Säulen

und zerstörte seine festen Hallen.

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