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1892

1

Otto Erich Hartleben

... Als ich dann wieder in die Heimath kam – im Frühling wars, die Hyacinthen blühten – da war sie tot, von fremden, kalten Menschen hinausgetragen in ein kahles Grab. – –

Ich fand es nicht. Langsam ging ich zurück in ihre Wohnung. Ihre feiste Wirthin sprach schmunzelnd: Gott, die Menschen sind nicht rar! Nicht eine Woche stand ihr Zimmer leer.

Jetzt wohnt ein allerliebstes Chansonnettlein darin, ganz jung noch, mit so lustigen Füssen! Wolln Sie sie sehn? Und ich erfuhr, wie sie gestorben war.

Vor ihren Augen, während sie in Qualen und Fieber dalag, hatten – ihre Schwestern begierig ihrer Habe sich bemächtigt: Sparkassenbücher, Kleider, Schmuck und Wäsche

aus allen Kästen sich hervorgesucht und – umgepackt in einen grossen Korb. Da .. hatte sie den bleichen Kopf erhoben von ihrem Kissen, hatte sich verwundert

mit grossen, schwarzen Augen umgeschaut und hatte .. gelächelt ... Mir ist .. als ob ich dieses Lächeln sähe!

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