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1632

Morgenlied

Georg Philipp Harsdörffer

Gelobet seystu, Jesu Christ, Daß nun der Tag erschienen, Der uns der erste RuhTag ist, GOTT Zebaoth zu dienen.

Hinweg mit aller Eitelkeit, Die gibt und nimmt die schnelle Zeit Und mehrt des Fleisches erkühnen. Der Mensch, ein König aller Thier',

Ihr Herr, sie zu regieren, Begabet mit der Höchsten Zier, Der Gottes Bild soll führen Und der in Christo hat die Ruh,

Soll sich verhalten immer zu, Wie es sich will gebühren. Wer ohne Wandel heilig lebt, Von dieser Welt entbunden:

Ob selben Gottes Geiste schwebt, Und hat die Ruh gefunden, Besonders an des HERREN Tag, Da er erleuchtet ruhen mag

Die GOTT befohlnen Stunden. Hier muß das Hertz, Gemüt und Sinn Dem Höchsten seyn ergeben, Entfernet von der Welt beginn

In GOTT beruhigt leben, Auf daß Er durch des Geistes Stärck Hab in uns seiner Gnaden Werck Und ob uns möge schweben.

Wir hören fleissig Gottes Wort, Wir beten, lesen, singen, Wir reden von GOTT fort und fort Und Ihm Danckopfer bringen,

Wir tretten hin zu dem Altar Und lassen mit der frommen Schar Ein Sabbathlied erklingen. Gott hat sein Werck an diesem Tag

Mit heiliger Ruh vollendet, Wie Christus Jesus unsre Plag' Hat mit dem Grab geendet. Der Juden Sabbath stirbet heut,

Und Christi Auferstehungs Beut Wird uns frey zugewendet. So lasset uns all' insgesamt Von Sünden auferstehen,

Dann solches ist der Christen Amt, Die ihren Geist erhöhen, Auf daß wir dorten immer zu Die nie geendte Sabbaths-Ruh'

Im Himmelreich begehen.

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