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Lied von der Ewigkeit

Georg Philipp Harsdörffer

O Sündenmensch, bedenk den Tod, Der letzten Stunden Angst und Noht; Mach dich mit warer Buß bereit, Zu leben in der Ewigkeit.

Besitzest du die gantze Welt Mit höchster Ehr und allem Geld, Erfreut es dich doch kurtze Zeit Und dienet nicht zur Ewigkeit.

Erschallt in deinen Ohren nicht: Ihr Todten, kommet für Gericht? Ist doch der jüngste Tag nicht weit, Dann folgen wird die Ewigkeit.

Ob du hier dultest Ungemach Und lebst in Jammer, Weh und Ach, Doch endet kürtzlich alles Leid Mit steter Freud' in Ewigkeit.

Wann du begehrest Gottes Huld, So meid der Sünden schwere Schuld, Die wider deine Seele streit: So bist du frey in Ewigkeit.

Unzählig ist der Sternen Heer, Die Tropffen und der Sand am Meer, Doch haben sie Maß, Ziel und Zeit Und gleichen nicht der Ewigkeit.

Besinn und denke fort und fort, Was ewig für ein Donnerwort! Ach keiner Zeiten Zeit befreit Die ewig', ewig' Ewigkeit.

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