Es muß nunmehr der Sonnen Strahl sich zu den Fischen neigen; so daß der Stunden Schatten-Mahl pflegt höher anzusteigen.
Es schmöget sich der weiche Schnee und wird nun schiffbar Strom und See; der Bächlein Silberbrücken zerschmeltzen und der rauhe Lufft
enthält der Erd vereinten Tufft mit Schaur uns zu berücken. Gleichwie der Fisch in heller Flut gantz frey im Wasser streichet
so schweben wir in Gottes Hut die niemals von uns weichet: üm über unter unsrem Pfad erscheinet Gottes Wunder-Gnad
daß wir gesichert wallen. Deß Höchsten grosse Mildigkeit erhält die Seinen allezeit daß sie nicht sündlich fallen.
Hinweg mit aller Fatzennacht mit Spielen Fressen Saufen; weg mit der Larven falschen Pracht damit die Thoren lauffen
und mit der Mummer Freuden-Schein sich stürtzen in die Höllen-Pein. Weh solcher Frevler Lachen! die wißlich Gottes Ebenbild
dem Lügen-Geiste gleich verhüllt sich selbst verwerfflich machen. Lasst uns gedencken dieser Zeit daß wir sind Staub und Aschen;
daß unsrer Sünden Hertzenleid uns mach in Threnen waschen so wahre Reu und Busse bringt und uns zu manchem Seufftzer zwingt
die Christi Tod und Schmertzen bey dieser Fastenzeit erweckt dardurch die Weltfreud wird ersteckt in Gott-ergebnen Hertzen.
O milder Gott! gib deine Gnad: daß wir uns wohl bereiten zu preisen deine Liebesthat zu diesen Marter-Zeiten.
Der Tod steht auch für unsrer Thür wer mit dir leidet herrscht mit dir. Die Trübsal kan behagen. Dein Reich ist nicht von dieser Welt:
und wer sich gleich demselben stellt wird alls gedultig tragen. Es stehet bey uns unser Gott wann sich die Unglück' häuffen:
daß uns die Ströme Noht und Tod auf einmal nicht ersäuffen. Er reisst uns aus der Flut heraus und bringet uns getrost nach Haus:
wann wir ihm nur vertrauen und warten gläubig auf die Zeit so Gott zur Rettung hat bereit: Wir werden Hülffe schauen.
Cookies on Poetry Cove