Die Sonn ist aufgegangen
der Lentz hat angefangen
zu malen das verödte Feld.
Das früe Morgentauen
versilbert Thal und Auen
und blumt der hohen Berge Zelt.
Der linde Westen-Wind
beküsset Florä Kind:
das Freuden-Lied
der Nachtigall bestimmt den Thal
und reimet mit dem Gegenschall.
Die Erd ist aufgeschlossen
daß Bäum und Stauden sprossen
und treiben ihren Wurtzelsafft.
Das Graß ist durchgedrungen
die Blätlein gleichen Zungen
zu preisen Gottes Wunderkrafft.
Denn aller Menschen Hand
Kunst Arbeit und Verstand
ist viel zu schwach
daß er allein ein Blümelein
solt bringen aus der Erden Schrein.
Das Haar der grünen Wälder
und die smaragden Felder
bezieren sich nun in die Wett:
Die Blüte stehen offen
und machen Früchte hoffen
beschönend manches Gartenbeet;
der bunte Blumen-Krantz
beschminkt mit neuem Glantz
krönt die Matten.
Deß Winters Leid entweichet weit
deß frohen Frühlings Freudenzeit.
Der Augentrost erscheinet
vom Morgentau beweinet
und weiset auf die Gottes-Gnad.
Vergiß-mein-nicht das blühet
das Engelsüß nicht fliehet:
der Frühling Tausendschöne hat.
Die Blum Dreyfaltigkeit
beharr zu jeder Zeit
in dem Hertzen.
Blum Passion im bunten Thron
stellt uns vor der Mariä Sohn.
Gott! dir sey Danck gesaget
daß uns die Zeit behaget
in welcher weichet Angst und Weh:
So wirst du alls erneuen
und ewig uns erfreuen
mit dem verlangten Himmelsklee.
Inzwischen bringen wir
dir Lob und Danck herfür.
Halleluja!
Die Salemsstadt mehr Schöne hat
als dieser Erden Blumenpfad!