Nun der Winter ist vergangen
und der Regen ist dahin:
wird der Lentz mit Blumen prangen
und das Falbe werden grün.
Alle Bäume sich belauben
und die heissre Turtultauben
girren in dem öden Wald
daß der Echo gegenhallt.
Schauet doch die Feigenbäumen
knoten von der Westen Hauch:
die vor trockne Reben schäumen
weinend mit befeuchtem Aug:
da sonst Feld und Wälder lachen
und die frühen Fittig wachen
welcher krausses Lufftgesang
schallet mit dem Freudenklang.
Nun beginnen wir den Mertzen
der vom Krieg den Namen hat;
vielleicht weil die Sonnenkertzen
sieget ob des Winters Pfad.
Nun die schnellen Schwalben swiren
und die gute Zeitung führen:
daß der Blumen-reiche Lentz
komm in dieses Landes Grentz.
Wie sich nun die Welt verneuet
zu der frohen Frühlings-Zeit;
wie sich Stadt und Feld erfreuet
und vergißt deß Winters Leid;
also wird nach diesem Leben
Gott das neue Salem geben:
Da wird alles werden neu
bey der Engel Jubelschrey.
Was die Lentzen-Sonn erwecket
mit dem jüngst gewendten Lauff
was der Frost mit Schnee bedecket
steiget nun verneuet auff:
Also wird es auch ergehen
wann wir werden aufferstehen;
wann uns weckt nach dieser Zeit
die Sonn der Gerechtigkeit.
Du mein Gott! sey hoch gepriesen
wegen deiner milden Gnad
die du mir anher bewiesen
daß mich freut die grüne Saat;
da die Mandelbäume blühen
und belaubte Sprossen ziehen.
Hat die Erde solchen Schein
wie schön wird der Himmel seyn!