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1632

Lied/ Von dem Mertzen

Georg Philipp Harsdörffer

Nun der Winter ist vergangen und der Regen ist dahin: wird der Lentz mit Blumen prangen und das Falbe werden grün.

Alle Bäume sich belauben und die heissre Turtultauben girren in dem öden Wald daß der Echo gegenhallt.

Schauet doch die Feigenbäumen knoten von der Westen Hauch: die vor trockne Reben schäumen weinend mit befeuchtem Aug:

da sonst Feld und Wälder lachen und die frühen Fittig wachen welcher krausses Lufftgesang schallet mit dem Freudenklang.

Nun beginnen wir den Mertzen der vom Krieg den Namen hat; vielleicht weil die Sonnenkertzen sieget ob des Winters Pfad.

Nun die schnellen Schwalben swiren und die gute Zeitung führen: daß der Blumen-reiche Lentz komm in dieses Landes Grentz.

Wie sich nun die Welt verneuet zu der frohen Frühlings-Zeit; wie sich Stadt und Feld erfreuet und vergißt deß Winters Leid;

also wird nach diesem Leben Gott das neue Salem geben: Da wird alles werden neu bey der Engel Jubelschrey.

Was die Lentzen-Sonn erwecket mit dem jüngst gewendten Lauff was der Frost mit Schnee bedecket steiget nun verneuet auff:

Also wird es auch ergehen wann wir werden aufferstehen; wann uns weckt nach dieser Zeit die Sonn der Gerechtigkeit.

Du mein Gott! sey hoch gepriesen wegen deiner milden Gnad die du mir anher bewiesen daß mich freut die grüne Saat;

da die Mandelbäume blühen und belaubte Sprossen ziehen. Hat die Erde solchen Schein wie schön wird der Himmel seyn!

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