Nun die Sonnenstrahlen weichen
und die Tage nehmen ab
weil auch in dem Jungfer-Zeichen
reiffen unsrer Felder Gab:
mitten in den schweren Garben
prangen mancher Blumen Farben
und die Kühlung dieser Zeit
lindert alle Mattigkeit.
Wie Gott wolt die Erstling haben
zu dem Opffer und Altar
und ob solchen freyen Gaben
krönte Gott der Herr das Jahr:
also last uns Ihm lobsingen
und der Lippen Opffer bringen
daß die Andacht im Gebet
unsre Felder mache fett.
Wer versaumt die Frücht der Erden
und schläfft zu der Ernde Zeit
der wird bald ein Bettler werden
ob der trägen Lässigkeit:
Müh und Arbeit bringet Segen
und ernehrt uns allerwegen;
ja der Schweiß im Angesicht
süsset jedes Feldgericht.
Hierbey lasset uns betrachten
daß die Kirchen-Ernde groß:
wenig die der Arbeit achten
wehren da deß Unkrauts Schoß.
So lasst uns den Herren flehen
daß Er woll das Elend sehen
senden treuer Schnitter Schaar
die der Ernde nehmen wahr.
Unser Land ist so gepflüget
und gedeyet fort und fort
daß es andre reich vergnüget
auch an weit entlegnem Ort
wo die Hungersplage drücket;
unser Überfluß erquicket:
darum wir zu aller Zeit
preisen Gottes Gütigkeit.
Alle Freude dieser Zeiten
aller Schnitter Jubelschall
heist uns gleicherweis bereiten
zu des Himmels Freudenmahl.
Die mit Blut besprengten Farben
bringen edle Himmelsgarben.
Welcher sät Gerechtigkeit
erndet Freude nach dem Leid.