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1632

Lied/ Von dem Brachmonat

Georg Philipp Harsdörffer

Nun der güldne Sonnen-Wagen fähret nächst der höchsten Ban und erleuchtet mit Behagen den smaragden Erdenplan;

weil ihr Weg wird gleichsam krumm kehret sie nun wieder um: wie der Krebs zurücke weichet dessen Zeichen sie bestreichet.

Dieses sol uns Menschen lehren wie nichts so erhaben sey das sich nicht bald solt verkehren und beharren Wandel-frey.

Unser Thun ist Unbestand und deß Wechsels Unterpfand: wie wir fast in allem sehen was geschicht und was geschehen.

Die nun öden Felder brachen und sind doch nicht in der Ruh; weil sie viel geschlachter machen die bespitzten Egenschuh.

Also muß der Menschen Fleiß und der Arbeit saurer Schweiß Speiß und Brot zuwegen bringen durch das Hacken Pflügen Düngen.

Durch den milden Himmels-Regen machet Gott die Furchen weich; das Gepflügte hat den Segen daß es Saam- und Früchte-reich.

Gottes Güte krönt das Jahr und betrieft der Bäume Haar: also daß des Himmels Gnade machet fett der Erden Pfade.

Wann deß Morgens Purpurflügel decken dieser Auen Thal siehet man die grünen Hügel voller Schaffe sonder Zahl.

Also gibt die fette Weid nächst der Speiß das Wollen-Kleid. Ihnen wird ein Rock genommen der uns muß zu nutzen kommen.

Mein Gott der du Joseph hütest (der vermehrten Kirchen Heerd) Gott der du dein Volck behütest und hilfst dem der dein begehrt!

gib uns allen deine Gnad die noch Maß noch Ende hat! Gib uns Früh- und Abendregen daß wir preisen deinen Segen.

Frölich frölich sey die Erde und der Himmel freue sich: daß dein Nam gepreiset werde Feld und Berge loben dich.

Ja die Baumen in dem Wald von den Bächlein untermahlt reichen Gottes reiche Gaben die wir Ihm zu danken haben.

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