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1632

Lied vom Kampff deß Glaubens

Georg Philipp Harsdörffer

Wir liegen täglich in dem Streit, Uns selbst zu überwinden: Die Welt, das Fleisch, die Eitelkeit, Der böse Lüst der Sünden

Und was sonst gleich Deß Satans Reich Pflegt GOTT zu widerstreben, Darwider ficht

Deß Glaubens Liecht, Das uns Gott hat gegeben. Es ist viel stärker, welcher sich Als der Stätt' überwindet,

Daß er der alten Schlangen Stich Im Hertze nicht empfindet. Geitz, Fleisch und Blut, Neid, stoltzer Muth

Herrscht nicht in seinen Sinnen. Der Leib erliegt, Die Liebe kriegt Und macht den Sieg gewinnen.

Wer also GOTT ergeben ist, Wird der Welt Lüste hassen Und wider alle HöllenList Die Glaubenswaffen fassen.

Der schwere Streit Bringt nach der Zeit Die ewig HimmelsKrone: Wer überwind,

Gewißlich findt Der Außerwehlten Lohne. Ach GOTT, der du das Wollen giebst, Verleih auch das Vollbringen!

Der Geist ist willig, den du liebst; Das Fleisch ist schwer zu zwingen. Wer wird uns doch Von diesem Joch,

Deß Leibes Tod, erlösen? Des HERREN Huld, Der mit Gedult Errettet von dem Bösen.

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