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Deutsches TrinkliedFußnoten

Georg Philipp Harsdörffer

Nach der Blumen schneller Flucht Prangt die röthlich gelbe Frucht, Und die laubbegrünten Reben Schenken Freudenbecher ein.

Ach, es ist der Menschen Leben Weh' und Weinen ohne Wein! In dem kalten Nordenland Ist berühmt das Pelzgewand.

Füchse, Marder, Bärenhäute, Zobel, Luchs und Reihenthier, Hitzen selber rauhe Leute, Wie der Wein uns wärmet hier.

In dem heißen Südenland Bringt der Sonnenstrahlen Brand Pomeranzen, Oel, Granaten, Pfeben und Salat herfür,

Sie zu kühlen, wann sie braten: Uns beliebt der Wein allhier. Von der Donau bis zum Rhein Träget jeder Hügel Wein,

Und viel Eichen, zu befassen Solchen süßen Keltersaft. Wer will dann die Deutschen hassen, Wenn sie lieben diese Kraft?

Seht, wir folgen der Natur Und betreten ihre Spur, Wenn wir unsre kalten Mägen Nach der sauern Arbeitzeit

Hitzen mit dem Winzersegen In beschränkter Fröhlichkeit.

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