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1787

7.

Georg Friedrich Philipp von Hardenberg

Wenige wissen Das Geheimniß der Liebe, Fühlen Unersättlichkeit Und ewigen Durst.

Des Abendmahls Göttliche Bedeutung Ist den irdischen Sinnen Räthsel; Aber wer jemals

Von heißen, geliebten Lippen Athem des Lebens sog, Wem heilige Gluth In zitternde Wellen das Herz schmolz,

Wem das Auge aufging, Daß er des Himmels Unergründliche Tiefe maß, Wird essen von seinem Leibe

Und trinken von seinem Blute Ewiglich. Wer hat des irdischen Leibes Hohen Sinn errathen?

Wer kann sagen, Daß er das Blut versteht? Einst ist alles Leib, Ein Leib,

In himmlischem Blute Schwimmt das selige Paar. – O! daß das Weltmeer Schon erröthete,

Und in duftiges Fleisch Aufquölle der Fels! Nie endet das süße Mahl, Nie sättigt die Liebe sich.

Nicht innig, nicht eigen genug Kann sie haben den Geliebten. Von immer zärteren Lippen Verwandelt wird das Genossene

Inniglicher und näher. Heißere Wollust Durchbebt die Seele. Durstiger und hungriger

Wird das Herz: Und so währet der Liebe Genuß Von Ewigkeit zu Ewigkeit. Hätten die Nüchternen

Einmal gekostet, Alles verließen sie, Und setzten sich zu uns An den Tisch der Sehnsucht,

Der nie leer wird. Sie erkennten der Liebe Unendliche Fülle, Und priesen die Nahrung

Von Leib und Blut.

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