Skip to content
1787

5.

Georg Friedrich Philipp von Hardenberg

Wenn ich ihn nur habe, Wenn er mein nur ist, Wenn mein Herz bis hin zum Grabe Seine Treue nie vergißt:

Weiß ich nichts von Leide, Fühle nichts, als Andacht, Lieb' und Freude. Wenn ich ihn nur habe, Lass' ich alles gern,

Folg' an meinem Wanderstabe Treugesinnt nur meinem Herrn; Lasse still die Andern Breite, lichte, volle Straßen wandern.

Wenn ich ihn nur habe, Schlaf' ich fröhlich ein, Ewig wird zu süßer Labe Seines Herzens Fluth mir seyn,

Die mit sanftem Zwingen Alles wird erweichen und durchdringen. Wenn ich ihn nur habe, Hab' ich auch die Welt;

Selig, wie ein Himmelsknabe, Der der Jungfrau Schleyer hält. Hingesenkt im Schauen Kann mir vor dem Irdischen nicht grauen.

Wo ich ihn nur habe, Ist mein Vaterland; Und es fällt mir jede Gabe Wie ein Erbtheil in die Hand;

Längst vermißte Brüder Find' ich nun in seinen Jüngern wieder.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
5. · Georg Friedrich Philipp von Hardenberg · Poetry Cove