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1708–1754

XxI. Die Alster.

Friedrich von Hagedorn

Befördrer vieler Lustbarkeiten, Du angenehmer Alster-Fluß! Du mehrest Hamburgs Seltenheiten Und ihren fröhlichen Genuß.

Dir schallen zur Ehre, Du spielende Fluth! Die singenden Chöre, Der jauchzende Muth.

Der Elbe Schiff-Fahrt macht uns reicher; Die Alster lehrt gesellig seyn: Durch jene füllen sich die Speicher; Auf dieser schmeckt der fremde Wein.

In schwimmenden Nachen Schifft Eintracht und Lust, Und Freyheit und Lachen Erleichtern die Brust.

Das Ufer ziert ein Gang von Linden, In dem wir holde Schönen sehn, Die dort, wann Tag und Hitze schwinden, Entzückend auf- und niedergehn.

Kaum haben vorzeiten Die Nymphen der Jagd, Dianen zur Seiten, So reitzend gelacht.

O siehst du jemahls ohn Ergetzen, Hammonia! des Walles Pracht? Wann ihn die blauen Wellen netzen Und jeder Frühling schöner macht:

Wann jenes Gestade, Das Flora geschmückt, So manche Najade Gefällig erblickt.

Ertönt, ihr scherzenden Gesänge, Aus unserm Lust-Schiff um den Strand! Den steifen Ernst, das Wort-Gepränge Verweis’t die Alster auf das Land.

Du leeres Gewäsche, Dem Menschen-Witz fehlt! O fahr in die Frösche, Laß uns ungequält.

Hier lärmt, in Nächten voll Vergnügen, Der Pauken Schlag, des Waldhorns Schall; Hier wirkt, bey Wein und süssen Zügen, Die frohe Freyheit überall.

Nichts lebet gebunden Was Freundschaft hier paart. O glückliche Stunden! O liebliche Fahrt!

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