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1708–1754

ViI . Der Nutzen der Zärtlichkeiten.

Friedrich von Hagedorn

Unmuth und Beschwerden Würden uns auf Erden Unerträglich werden, Unvergeßlich seyn:

Könnten nicht, zu Zeiten, Treue Zärtlichkeiten Den Verdruß bestreiten Und das Herz befreyn.

Lächelt, muntre Schönen! Unsern Ernst zu höhnen: Singt in süssen Tönen; Jeder Ton entzückt.

Bürden, die dem Leben Qual und Schwermuth geben, Kann ein Scherz oft heben: Auch der Scherz beglückt.

Land und Volk regieren, Ganze Heere führen, Sich mit Purpur zieren, Hemmt die Sorgen nie.

Seht der Hirten Freuden, Die auf sichern Weiden Grosse nicht beneiden. Wie vergnügt sind die!

Mächtigen und Reichen Will kein Schäfer gleichen: Jhrer Vorzugs-Zeichen Lacht der Hirten Zunft.

Eintracht, Spiel und Scherzen Schützen ihre Herzen Vor den eiteln Schmerzen Stolzer Unvernunft.

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