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1708–1754

IiI. Elpin.

Friedrich von Hagedorn

Weil nach des Schicksals bestem Schluß Die junge Welt sich lieben muß, So ward Elpin verliebt. Auch er fand, daß es artig sey,

Wenn man, bey süsser Schmeicheley, Den Schönen Küsse giebt. Noch hatt er nur um Pfand geküsst; Was feuerreich im Küssen ist

War ihm nur halb bewusst: Doch wann er bey der Chloe stund, Ward er bald roth wie Chloens Mund, Bald weiß wie ihre Brust.

Er untersucht sich tausendmal Und spüret Lust und spüret Qual, So oft er sich befragt. Einst, als er seufzt und ihr sich naht,

Wird ihm der Kuß, um den er bat, Und auch die Hand versagt. Er flieht und eilet in den Wald Und klagt, in trauriger Gestalt,

Den Eichen was ihn drückt. O wüsst er, was ihr Herz gewinnt! Doch alles, was sein Witz ersinnt, Wird durch die Furcht erstickt.

Nach langen Klagen schläft er ein; Die Liebe will ihm günstig seyn, Der er die Träume weiht. Mit ihren Flügeln weckt sie ihn

Und spricht: Ich wünsche dir, Elpin, Nur List und Wachsamkeit.

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