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1708–1754

Der schlechte Wein.

Friedrich von Hagedorn

Wein, den die Bosheit ausgedächt, Des Wassers Ruhm empor zu bringen, Der aus Verzweiflung trunken macht, In dem wir Gift und Tod verschlingen:

In dem des Hefens Aufruhr tobt, Den niemand als der Wirth belobt, Den Wirth und Wirthin spart! von dir will ich ietzt singen. Ein harter Fluch beschwert das Land,

Wo dieser Weinstock aufgeschossen; Es hat in dem bestraften Sand Ein Sohn des Vaters Blut vergossen, Und, falls mich kein Gedicht berückt,

So ist der Winzer gleich erstickt, Der seiner Beeren Kost zum erstenmahl genossen. Auf, auf, ihr Keile! zeigt euch bald! Auf, auf, entzündet euch, ihr Blitze!

Vereint die rächende Gewalt! Doch trefft nur dieses Weinbergs Spitze, Und macht, daß dieser Theil der Welt, Den diese Pflanze recht verstellt,

Nicht ferner Härlinge so schlimmer Art besitze!

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