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1751

Auf den Burgunderwein

Nicolaus Götz

Der war gewiß ein frommer Mann Den Jupiter so liebgewann, Daß er ihm diesen Weinstock schenkte, Ihn selbst in seinen Garten senkte,

Und voll so schöner Trauben henkte. Der Luna Horn muß ihn bethaut, Apollo huldreich angeschaut, Vertumnus Spate selbst umgraben,

Und für den Staaren und den Raben Der Speer Priaps beschützet haben. Das war gewiß Dianens Hand, Die mit dem Ulmbaum' ihn verband,

Und ihren Seegen auf ihn legte, Weil er sie zu verbergen pflegte, Wenn sie den schönen Jüngling hegte. Eh Peleus in der ersten Nacht

Der Braut den Gürtel losgemacht, So fehlte bey dem hohen Feste, Zu der Bewirthung seiner Gäste, Der süse Nectartrank, das Beste.

Da sagte Zevs zur Götterschaar: Wir trinken Nectar, Jahr für Jahr, Seitdem wir in den Wolken leben: Doch heute sollen irdsche Reben

Unsterblichen ein Labsal geben. Er schüttelt sein allmächtig Haupt. Gleich steigt der edle Stock, belaubt, Mit schlanken Ärmen in die Lüfte,

Verbreitet holde Frücht' und Düfte, Daß er den Ruhm des Meisters stifte. Gehabt euch wohl, schrie Cypria, Du Nectar, du Ambrosia;

Euch so vermißen, ist gewonnen. Es lebe Zevs, der nach der Sonnen, Kein wunderschöner Werk begonnen. Sie streckt die Finger lüstern hin

Ein Rebenkind zu sich zu ziehn, Und rizt den Lilgenarm im Klauben. Seit diesem purpern sich die Trauben, Als wie der helle Hals der Tauben.

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