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1616–1664

XxXV. Margarithæ Goltziæ Aviæ Maternæ TUMULUS.

Andreas Gryphius

Nvn jhr die Seelen noth nun jhr im dritten brand Hab’t Ewre Stadt beweynt: nun euch deß Himmels zei- chen Der Erden fall erschreckt: nun jhr der Kinder leichen

Die Augen zu gedruckt mit schier erstarr’ter hand. Nun was Euch lieb dahin! nun das betrübte Land In flamm’ vnd aschen fällt: Nun alle trew sol weichen: Nun Tugend selber stirb’t; muß Ew’r gesicht erbleichen

Vnd man scharr’t ewren Leib in von Blutt rotten sand. Jhr O betrübte Fraw’ Jhr bringt ewr greises haar. Nach tausendfachem Todt auff die beschwer’te baar. Vnd sucht die ware Ruh die

Ach klag ich euch noch jtzt? da fiel ewer leben hin: Alß Freund vnd Lust verging alß ich geschieden bin. Jhr seidt dem Land auch nicht das Land ist euch gestorben. XxXVI.

An den vortrefflichen Philosophum vnd Mathematicum PeTRUM GRUGERUM. Vber den Tod seines Kindes Anno

Odantzig! wil der Zorn der Deutschland gantz verzehret So rasend auff dich zu? wil der der alle richt Durch seiner blitzen glutt die Thron’ vnd Krone bricht So schrecklich über dich alß scharff er vnß verheret?

Ist niemand der mit ernst den grossen Eyver wehret? Der seine schläg auffhelt? der Todt schont länger nicht. Er folgt der Blutt Trommet vnd reißt auß diesem licht Die Kinder die ja Gott mit keiner schuld beschweret!

Die Kinder:Gottes Lust! wie übel ists bestellt Wenn diese Brustwehr hin vnd wenn der hauffs fält Der einig mächtig ist den höchsten zu bekrigen! Trifft es zum Ersten Euch Herr Kriger O fürwar

Diß Kind diß bleiche Kind das jtzt ligt auff der bar Diß würde wenn es stünd’ alleine wol obsiegen.

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