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1616–1664

XvIII. Auf den Sontag deß guten Seemans oder Sexagesimæ. Luc. 8.

Andreas Gryphius

Ich höre nichts wenn du mich heissest hören! Dein werther Saam bringt leider wenig Frucht In mir! Ach HERR der Höllen Vogel sucht Embsig dein wortt vnd mein Hertz zu versehren

Wenn sich die Blüt in meinem Geist wil mehren Kränckt mich die Hitz vnd (was ich offt verflucht) Der Sorgen Angst (Ach! scharffe dornen zucht!) Erstöckt in mir schier alle gute Lehren.

Schrecke die Vögel HErr die mich berauben Laß mich auch in der versuchung dir glauben Vnd reiß die Disteln aus die gantz mein Hertz vmbgeben: Laß mich durch Regen der Gnaden erguicken

Schicke Gedult wenn das Creutze wil drücken Daß an der Dornen statt dein Wortt mög in mir leben.

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