Weil nun der süsse Schlaff die müden Augen schleust
Und die beschwärzte Nacht gleich einem Strom herfleust
Weil dicke Finsternüß die frembden Träum einführet
Und der gebundne Leib nichts fühlt nichts kennt nichts rühret.
So ko i O süsse Ruh'! erquicke meine Seel!
Die nur durch dich nach dir in dieser Marter-Höhl
Mit steten Seuffzen schmacht ko i wann mein Tag vergangen
Und ich die Ewigkeit geruffen anzufangen.
Leb' in mir wann der Tod das kalte Fleisch bestrickt
Und mir die lange Nacht beyd' Augen zugedrückt.
Gib daß ich sicher lieg' und nichts mich mög erschrecken
Wenn an dem grossen Tag du alle wirst erwecken.
Denn laß mich dich o Sonn o Licht das niemand schaut
Der noch das Elend hier im Thal der Thränen baut
Mit immer neuer Freud' in diesen Gliedern sehen;
Laß unter deinem Fuß was hier dich pflegt zu schmähen
Zutretten und zuknickt mein frölich Lustbild seyn
Und führe mich ins Hauß der seel'gen Ruhstätt ein.