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[Weil nun der süsse Schlaff]

Andreas Gryphius

Weil nun der süsse Schlaff die müden Augen schleust Und die beschwärzte Nacht gleich einem Strom herfleust Weil dicke Finsternüß die frembden Träum einführet Und der gebundne Leib nichts fühlt nichts kennt nichts rühret.

So ko i O süsse Ruh'! erquicke meine Seel! Die nur durch dich nach dir in dieser Marter-Höhl Mit steten Seuffzen schmacht ko i wann mein Tag vergangen Und ich die Ewigkeit geruffen anzufangen.

Leb' in mir wann der Tod das kalte Fleisch bestrickt Und mir die lange Nacht beyd' Augen zugedrückt. Gib daß ich sicher lieg' und nichts mich mög erschrecken Wenn an dem grossen Tag du alle wirst erwecken.

Denn laß mich dich o Sonn o Licht das niemand schaut Der noch das Elend hier im Thal der Thränen baut Mit immer neuer Freud' in diesen Gliedern sehen; Laß unter deinem Fuß was hier dich pflegt zu schmähen

Zutretten und zuknickt mein frölich Lustbild seyn Und führe mich ins Hauß der seel'gen Ruhstätt ein.

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