Skip to content
1640

Vber des Herren Jesu todten Leichnamb

Andreas Gryphius

Ach weh! was seh Ich hier ein außgestreckte Leichen An der man von fuß auff nichts vnzerschlagen find Die Seit auß der das Blutt mit vollen Strömen rinnt; Die Wangen so von Schmertz vñ Todes-Angst erbleichen

Wer hat dich so verletzt; Wer hat mit Geissel-streichen Dich also zugericht? Welch grimmes Tyger-Kind Hat Hand hier angelegt alß deine Glieder sind Mit Nägeln gantz durchbort; wem sol ich dehn vergleichen

Der deine zarte Stirn mit Dornen so verschrenckt. Mein Seelen Bräutigam vnd dich mit Gall getränckt? Ach! diß hat deine Lieb vnd meine Schuld verübet Wofern mich deine Lieb nicht dich zu lieben trägt;

Wofern dein Ja ierbild mich nicht zu Schmertz bewegt; So bin ich werth daß Ich dort Ewig sey betrübet.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Vber des Herren Jesu todten Leichnamb · Andreas Gryphius · Poetry Cove