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1616–1664

V. Vanitas mundi.

Andreas Gryphius

Was ist die Welt Die mich bis her mit jhrer pracht bethöret? Wie plötzlich felt Was Alt vnd Jung vnd Reich vnd Arm geehret!

Was ist doch alles was man alhier find? Ein leichter wind! Was jtzund blüht Kan noch für abend gantz zutretten werden.

Der sich hier müht Vmb flüchtig geld muß ohne geldt zur erden. Er samlet fleissig (doch für ander) ein. Vnd stirbt allein.

Das Seiden spint verstrickt sich in sein spinnen. So müssen wir Durch vnsern fleis oft vnsern todt gewinnen. Viel hat verstandt vnd was vns weise macht;

In's grab gebracht. Der Tulipan Wird weil er gläntzt von Jungfrawn abgeschnitten Schaw Menschen an

Sie haben schmach vmb das sie schön erlitten. Vnd (wenn sie nicht entsetzt ein schneller todt;) Ach! angst vnd noht; Bist du bekandt?

So kan dir jeder deine feil’ aufrücken. Wofern dein standt Verborgen ligt so wirdt dich jeder drücken Wer reich ist wird beneidet vnd verlacht

Wer arm; der schmacht. Ein schifflin wird bald her bald hin geschmissen So setzt vns zu Der sorgen sturm wir werden hingerissen

Auff dieses lebens schmertzen volle See. Da eitel weh! Wie seelig ist Wer schaden frey kan an den Port einfahren!

Wer jhm erkiest Den rechten lauff der G Der kan ob Wellen Bergen gleich’ aufstehn: Nicht vntergehn!

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