So muß dein Fluch den Himmel schliessen? Versiegelst du der Brunnenquell? Indem wir Thau und Regen missen Und schmachten als in einer Höll?
So wird die Erden die uns nehret; In Fels und Eisen gantz verkehret! Weh mir! die ehrnen Wolcken brennen! Die tunckel-rothe Sonne glüht!
Indem der Grund sich wil zutrennen! Und man die Ufer wachsen sieht. Die Ströme die sich vor ergossen Sind fast den Bächen gleich verschossen.
Der Wald steht Laubloß und empfindet Wie der verhaste Sud auszehr Die Aest und Wipffel offt entzündet. Schau wie die Wiese sich verkehr
Das Gras mit Blum und Klee vermenget Ist Boden gleich gantz abgesenget. Das scheue Wild macht sich von hinnen Der Vögel junge Zucht verschmacht:
Man sieht kein Tröpflein abwerts rinnen Wie hart der Wetter-Sturm erkracht! Das Vieh wirfft die verdorrten Glieder Todt bey der leeren Krippen nieder!
Was rühr ich Ach! der Menschen Zagen Das nunmehr unaussprechlich ist. Ach wer kan diese Ruth ertragen! Ach Herrscher der du alles siehst!
Ergetzet dich ja unser Sterben So laß uns doch nicht so verderben. Schau wie die lebenden Gerippe Mit tieffen Augen dir nachsehn
Wie sie mit gantz verschrumpter Lippe Fast Athem-loß dich Herr anflehn! Und wenn sie nun den Geist hingeben Zu dir die dürren Arm' erheben.
Des Kindes Hertze wird gebrochen An der verstarrten Mutter-Brust Der Mutter die (nur Haut und Knochen) Selbst auf dem Kind erblassen must!
Der sucht vor den erhitzten Magen Was schwer und schrecklich ist zu sagen. Ach Herr! ach! ach! daß dich erweiche Die gri ist und allgemeine Noth
Das gantze Land ist eine Leiche Ist deine Vater Treu denn Todt? Nein! nein! du wirst uns Herr nicht lassen; Du kanst nicht dein Geschöpffe hassen.
Eröffne die liebreichen Hände Und speise was sich dir verpflicht. Erfreu die dürren Feld-Gewende Durch Korn und Segen-reiche Frücht.
Theil unter dürfftige Gemüther Die Füll und Schätze deiner Güter. Laß unser Seuffzen dich versöhnen Eil aus mitleidend-vollem Sinn
Das Jahr mit Fruchtbarkeit zu krönen Daß unsre Nahrung nicht zerrinn Du hast das Leben ja gegeben: Gib denn was nöthig ist zu leben.
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