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Lob der Gedult

Andreas Gryphius

Der Himmel brennt mit lichten Blitzen Der harten Donner Rasen knallt Die hart-erschreckte Lufft erschallt Indem die Schweffel-Feur umspritzen;

Die Erde zagt ob Fall und Todt. Gedult ihr Christen ist euch Noth. Der Abgrund reist die Klufft steht offen! Der Satan dräut mit List und Zwang

Hier ist nur Folter Glut und Strang Verfolgung Pfahl und Schmach zu hoffen! Wol dem der leider sonder Schuld; So glänzt der Heiligen Gedult.

Wer diß was JESUS vorgeschrieben In unerschrocknem Hertzen trägt Wird durch den Sturm-Wind nicht bewegt So wird was stets ihm Treu verblieben

Durch Marter Zangen Bley und Schwerdt In heiliger Gedult bewehrt. Laßt Jammer Pein und Trübsal wüten Mich hat ihr Pochen nicht erschreckt

Dieweil durch sie Gedult erweckt Wann Feinde Quaal und Nord ausbrüten Ist jemand wohl der recht versteh; Wie nah Gedult dem Herrn geh?

Gedult ist durch die wir erfahren Wer standhafft wer voll Heucheley Wie mächtig Jesus in uns sey Wie Gott uns könn' in Weh bewahren

Wie der der einig ihm vertraut: Sich doch zuletzt errettet schaut. Erfahrung hofft; ob Pfeil und Degen Ihr schon an Hertz und Gurgel stehn

Und Dolchen durch die Brüste gehn. Wil man sie auf den Holtzstoß legen: So hat sie doch vorhin verspürt Daß Gott aus Grab und Feuer führt.

Die Hoffnung die so tieff sich gründet Baut auf den Grund den nichts umreist Was wenn der Donner um sich schmeist Sich fest und unerschüttert findet.

Die ists die (schmäht schon jederman!) Doch nicht zu Schanden werden kan.

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