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1640

An eine hohen Standes Jungfraw

Andreas Gryphius

Ein wolgestalter Leib ist billich zuerheben Noch billicher wenn Er von Edlem Blut herrührt Vnd ein geschickte Seel in selbten einlosirt Welch einig sich bemüht der Weißheit nach zu streben

Der Weißheit so vns lehrt der Richtschnur gleiche Leben Die Frömigkeit außsteckt so mag ein solche Zierd Durch keine Menschen Zung recht werden außgeführt: Ist denn Auffrichtigkeit Ihmb noch darzu gegeben

Vnd Demut die man kaum bey hohen Leuten find; Vnd Freundligkeit die fast bey Reich vnd Arm verschwind; So mag die schöne Welt wol solche Schönheit nennen Das schönste Wunderwerck wer diß zu schawn begehrt

Wird seines Wuntsches seyn zum vberfluß gewehrt Wofern Er Euch nur kan O Schönste recht erkennen.

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