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9.Threnen in schwerer kranckheit

Andreas Gryphius

Ich bin nicht der ich war die kräffte sind verschwunden. Die glider sind verdort als ein durch brandter graus. Mir schauwt der schwartze tod zu beyden augen aus. Ich werde von mir selbst nicht mehr in mir gefunden.

Der Athem will nicht fort die zunge steht gebunden. Mein hertz empfindet schon den letzt vnd höchsten straus. Ein jeder der mich siht sicht das mein schwaches haus Der leib ein brechen wird noch inner wenig stunden.

Gleich wie die wiesenblum lebt wen das licht der welt Hervor bricht vndt noch ehr der mittag weggeht fält; So bin ich auch benetzt mitt threnentaw ankommen. So sterb ich vor der zeitt. O erden gutte nacht!

Mein stündlin laufft zum end itzt hab ich ausgewacht Vnd werde von dem schlaff des todes eingenommen.

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