Je mehr wir Jahre zehlen:
Je mehr vns Tage fehlen
Je mehr vns Zeit abgeht:
Diß Leben selbst verschwindet:
Weil sich das Alter findet.
Vnd seine Maß erhöht.
Wie vns die Jahr entfallen
Weil wir auff Erden wallen
Wie sich das Ziel abkürtzt:
So wird mit ihm verlohren
Was in der Zeit geboren
Die alles fäll't vnd stürtzt.
In dem ein Jahr vergangen:
Hat eines angefangen
Den Anfang führt das End
Vor stig die Sonne nieder:
Itzt kommt ihr Wagen wieder
Der schon was höher rennt.
So ob wir hier veralten:
Ob Händ vnd Hertz erkalten
Gehn wir doch gar nicht ein:
So viel wir abgenommen
So nahe sind wir kommen
Der Wollust oder Pein.
Ach Menschen diese Jahre
Die führen nach der Baare
Vnd noch der Baar zur Kron:
Sie führen zu dem Throne
Dem ewig hohen Lohne
Wo nicht zu stetem Hohn.
Vnendlich ewig Wesen:
Durch dessen Tod genesen
Was Zeit vnd Jahre zehlt!
Ach laß vnendlich Leben
Für die du dich gegeben
Vnd zu der Braut erwehlt!
Sol sie die Zeit bewehren
So laß sie nicht beschweren
Mit dem was zeitlich ist
Gib ewige Gedancken:
Der; die in diesem Schrancken
Zur Ewigkeit erkist
Daß wenn sie abgeleget
Was sie als sterblich träget
Der rauen Jahre Last.
Sich zu dir mög' erheben
Der du ein Mensch im Leben
Jahr' auch gezehlet hast.