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8.An den Heiligen Geist

Andreas Gryphius

Geist grosser Geist der sich in Feur-getheilten Zungen Mit Segen-reicher Macht der höchsten Wissenschafft Und Felsen-fester Stärck' und unerschreckter Krafft Auf die vor mehr denn blöd' itzt kluge Schaar geschwungen

Erwecke doch mein Hertz wenn ich in Angst gedrungen Zag ohne festen Trost wenn nun kein Rath mehr hafft Und mich der Sünden Grimm gleich einer Blum' hinrafft Wenn mich der Erden Trotz und Höllen-Angst besprungen.

Was wil mein blöder Mund? wil er sich unterwinden Den Ländern vorzustehn der Fürsten Hand zu binden? Nein Herr die Lipp' erstarrt und zittert und erstirbt. Ach rede du durch mich gib Muth frey auszusprechen

Wenn mir Bedeckens-Zeit und Wort und Zung gebrechen Daß man den Nachdruck schau wenn Gott durch Menschen wirbt.

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