Ach wie lang O Gott! mein Gott wie lange Wiltu dich von meinen threnen kehren Vndt keiner bitte mich gewehren! Ach! wie ist mir doch so hefftig bange!
Das du mich nun gantz aus deinem hertzen Schleust vndt in grundlosẽ schmertzen Ohne trost versincken läst. Soll ich Herr dein antlitz nicht mehr schawen?
Hab ich nicht ô Heilandt!) mein vertrawen Stets auff dich gegründet fest? Ach! wie lange soll in tausendt plagen Vnter deines grimmes donnerkeilẽ
Vnter der Hellen schwefel pfeilen Ich mein immerwehrendt weh beklagen? Ach wie müd' ist mein gemütt von sorgen! Welches plötzlich alle morgen
Angst vnd elendt vberfält. Ist woll eine trübsall zu ersinnen Wirdt man auch ein vnglück finden können Das mich nicht klawen hält?
Doch ich möchte dis noch alles leiden: Das sich aber meine feind' erheben Weil ich in höchster qual mus leben Das so frölich jäuchtzen die mich neiden;
Dis dis will mir leib vndt geist durchdringen Vndt mich zum verzweifeln bringẽ. Mein Gott! ach mein grosser Gott! Wofern dein gemütte zu erweichen:
Wofern eine gnade zue erreichen: Schawe doch auff meine noht. Welt ade! es ist vmb mich geschehen! Meine krafft weicht vndt die augen brechen
Die zunge kan kein wortt mehr sprechen: Der todt hatt mich ihmb zum raub' ersehen. Ach Herr! einen strall nur deiner gütte Wündtscht mein sterbendes gemütte
Brich doch an du lebens licht! Mein feind wird es seiner macht zue schreiben Wo ich mus im staube liegen bleibẽ. Dulde doch sein pochen nicht.
Nun ich weis du wirst mir nicht abschlagen Was ich itzt mitt halberstarter zungen Vnd pfnüchtzend habe vorgedrungẽ. Deine gnade kennet kein versagen
Alle welt weis deine trew zue preisen Die du pflegest zue erweisen Wen kein mittell mehr zu sehn! Herr ich glaub' ich will nach so viell schreyen
Vber deiner wolthatt mich erfrewen! Ja ich weis es wirdt geschehn!
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