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64.An Eugenien

Andreas Gryphius

Ich lebe wo man den mit Recht kan lebend nennen Der sonder Geist verfällt in bitter-süsse Pein Die Seel ist ausser mir und sucht den Glantz allein Der Augen die mir nur zu angenehme brennen

Was kan in meiner Nacht ich als die Stern erkennen. Holdseligst ihr Gesicht der Wunder-helle Schein Erleuchtet diß Gemüth das (geht die Welt schier ein) Kein Schwefel-lichter Blitz wird von dem Vorsatz trennen.

Lasset Nord und Wetter toben weil mir diese Rosen blühen Schreckt mich keiner Winter Rasen last die heisse Sonn entfliehen Mir ist die Abend-Lufft weit lieber als der Tag. Ob die Zunge nicht mehr schwatzet die nie ein End-Urtheil spricht

Treugt doch der entfärbten Wangen lieblich Abendröthe nicht. Die redet nur zu wohl die schweigend reden mag.

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