Ich lebe wo man den mit Recht kan lebend nennen
Der sonder Geist verfällt in bitter-süsse Pein
Die Seel ist ausser mir und sucht den Glantz allein
Der Augen die mir nur zu angenehme brennen
Was kan in meiner Nacht ich als die Stern erkennen.
Holdseligst ihr Gesicht der Wunder-helle Schein
Erleuchtet diß Gemüth das (geht die Welt schier ein)
Kein Schwefel-lichter Blitz wird von dem Vorsatz trennen.
Lasset Nord und Wetter toben weil mir diese Rosen blühen
Schreckt mich keiner Winter Rasen last die heisse Sonn entfliehen
Mir ist die Abend-Lufft weit lieber als der Tag.
Ob die Zunge nicht mehr schwatzet die nie ein End-Urtheil spricht
Treugt doch der entfärbten Wangen lieblich Abendröthe nicht.
Die redet nur zu wohl die schweigend reden mag.