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6.Auff den Tag der vnschuldigen Kindlein. Matth. 2.

Andreas Gryphius

Nicht! klage Rachel nicht! ob gleich dir zarte Reben Die Kinder deiner Brust in Auffgang ihrer Zeit Von mehr als grausem Sturm der Schwerter abgemäyt! Es ist so gantz nicht auß! ach traure nicht! sie leben.

Die Lämblein so ihr Blutt fürs wehrte Lamb gegeben Sind itzt nach kurtzer Angst vnd kaum erkandtem Leid In dem besternten Sitz der grossen Herrligkeit In dem sie Gottes Rath vnd hohes Lob erheben.

O selig wer noch eh der Mund kan Christum nennen Die Glieder vor ihn gibt wer auß der Mutter Schoß Die Marter Kron ergreifft vnd tritt ins Himmels Schloß! O selig wer noch eh er seinen Feind kan kennen

Schon überwunden hat wer eh er Sünde spürt Vnd eh er weiß was tod von beyden triumphirt!

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