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5.Tu extraxiste me de Ventre Matris meæ!

Andreas Gryphius

Schöpffer dessen Wunder Güte Mich da ich nicht war gemacht Dessen ewig-treu Gemüte Mich ans Licht der Welt gebracht

Der du mein erneutes Leben Mir die Nacht wilst wieder geben. Für dir beug ich Knie vnd Hertze Für dich stellt sich Seel vnd Geist

Die nach überhaufftem Schmertze Doch dein Allmacht leben heist Die längst Noth vnd Tod verschlungen Wenn du mir nicht bey gesprungen.

Dem ich nimmermehr kan dancken! Weil dein Arm mich mehr erhöht; Als in diesem Lebens-Schrancken Der bestürtzte Sinn versteht

Herr: daß ich noch hier mag bleiben! Ist dir einig zuzuschreiben. Viel! das nicht entstelte Glieder Die geschickte Seel beschwer't

Mehr daß mich was dir zu wieder Nicht mit falschem Tandt verkehrt: Mehr das als ich kaum geboren Schon zu deinem Kind erkohren.

Du hast meine Sünden-Flecken Durch das Tauffbaad abgefegt: Daß mich Hell' vnd Feind nicht schrecken: Hast du rings-vmb mich gelegt

Tausend Geister die mich leiten Daß mein Fuß nicht feil kan schreiten. Du hast mir bißher gegeben Mehr als ie mein Hertz begehrt

Du hast Mittel wol zu leben Wenn kein Mittel war beschert: Du wirst auff mein sehnlich klagen Mir auch keinen Trost abschlagen.

Vnerschöpffte Macht erscheine Vnd vollzeuch was du beginnt. Daß ich dich vnd sonst nichts meine Eh deß Lebens Zeit zerrinnt;

Daß ich nach nichts als dir frage Biß ans ende meiner Tage. Halleluja! Tod entweiche! Ich poch' aller Grüffte Recht.

Gott wil nicht daß ich erbleiche! Gott heist leben seinen Knecht. Daß er Gottes wunder Sachen: Allen möge kündig machen.

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