Ihr Hertzen: voll von Sünden Die grimme Schuld' ansteckt. Die böse Lüst entzünden Die ihr den Zorn erweckt
Der schon mit Schwefel-Regen Vnd lichter Blitzen macht Vnd harten Donnerschlägen: Auff eurem Haupt erkracht.
Schaut wie das Leben zage Ob eurer Laster Last Wie sehnlich Jesus klage Vnd wie die Stärck erblasst.
Wie wolt ihr doch bestehen Vor Gottes Richter-Thron! Wenn schier in Angst vergehen Wil sein Gerechter Sohn?
Er heisst die Jünger wachen Auff einem Ort' allein: Vnd bey so schweren Sachen Mit beten embsig seyn:
Doch Zebedeus Kinder Vnd Petrum führt Er mit: Bald bebet für vns Sünder Sein freudenreich Gemüth
Ach! spricht Er! Furcht vnd Schmertzen Dringt häuffig zu mir ein Die Krafft in meinem Hertzen Verschwindt' in Todes Pein.
Bleibt munter hier; Ich gehe Zu klagen meine Noth Die Angst in der Ich stehe Dem Allmacht-vollen Gott.
Da Er von Ihnen kommen Schier einen Steinwurff weit Fällt Er gantz eingenommen Von überschwerem Leid
Auff sein Gesicht zur Erden Der sonst die gantze Welt Vnd was Er ie hieß werden In festem Stand erhält.
Ach! Schöpffer aller Sachen; Ach Vater fäng't Er an: Dem wenn Er was wil machen Nichts widerstehen kan.
Ists möglich das dein schlissen Sonst' außzuführen sey Als durch mein Bluttvergiessen So sprich deß Kelchs mich frey.
Doch nicht nach meinem bitten Nach deinem Willen thu: Schick eh der Hellen wütten Auff diese Seele zu
Zeuch Schwefellichte Flammen Ruff' Ewig-Ach vnd Weh Eh' über mich zusammen Als nicht dein Rath fortgeh.
Bald weckt Er seine Schaaren Vnd sprach dem Simon zu Köñt' ihr so sicher fahren Wilst du die süsse Ruh
Nicht eine Stund auffschieben? Ach wacht vnd schreyt zu Gott! Den Geist mag nichts betrüben Dem Fleisch graut vor dem Tod!
Er gieng mit mattem Hertzen Vnd schrey zum andernmal Sol Ich den Kelch voll Schmertzen Voll Wermuth-herber Qual
Voll Jammers gantz außtrincken Mein Vater so besteh Dein weises Gut-Bedüncken! Dein nicht mein Wuntsch ergeb!
Die Jünger mochten eben Vor fauler Traurigkeit: Die Augen kaum erheben Drumb eilt in solchem Leid
Der Herr für Gott zu treten Kans sprach er Vater seyn Was ich so hoch gebeten: Erlaß mich dieser Pein.
Biß auff so sehnlich klagen Ein Engel ihn erblickt; Vnd seyn in grimmen Zagen Beklemmtes Hertz erquickt:
Doch hilt Er an mit bitten Der nun in höchstem Zwang Beb't ob der Hellen wütten Vnd mit dem Tode rang.
Sein Blutt das durch die Glieder Schwitzt vnd die Wangen netzt Vnd vmb die Augenlieder Sich Tropfenweiß ansetzt
Troff dichter auff die Erden. Was Gott vermaledeyt Wird rein vnd fruchtbar werden Weil dieser Tau es weyht.
Als er in dessen innen Das Feind vnd Waffen nah Vnd schon das Mord-beginnen Deß Ertztverräthers sah;
Weckt Er die in dem Garten; Auff! liebsten Jünger auff Itzt ists nicht zeit zu warten Dort kommt der Sünder Hauff'.
O wahre Freud! O Leben In dem mir ewig wol! Wenn ich die Welt begeben Vnd vor Gott treten sol;
So hilff mirs frölich wagen Auff den Angst-Schweiß allein Dein jammervolles Zagen Laß mein' erquickung seyn.
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