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1640

5.

Andreas Gryphius

Was ist die Welt Die mich bis her mit jhrer pracht bethöret? Wie plötzlich felt Was Alt vnd Jung vnd Reich vnd Arm geehret!

Was ist doch alles was man alhier findt? Ein leichter windt! Was itzund blüht Kan noch für abend gantz zutretten werden.

Der sich hier müht Vmb flüchtig geldt muß ohne geldt zur erden. Er sammelt fleissig (doch für ander) ein. Vndt stirbt allein.

Das kleine thier Das seiden spint verstrickt sich in sein spinnen. So müssen wir Durch vnsern fleis oft vnsern todt gewinnen.

Viel hatt verstandt vndt was vns weise macht; In's grab gebracht. Der Tulipan Wird weil er gläntzt von jungfrawn abgeschnitten

Schaw Menschen an Sie haben schmach vmb das sie schön erlitten. Vnd (wen sie nicht entzetzt ein schneller todt;) Ach! angst vnd spott.

Bistu bekandt? So kan dir jeder deine feil' aufrückẽ. Wofern dein standt Verborgen ligt so wirdt dich jeder drücken.

Wer reich ist wird beneidet vnd ver- lacht Wer arm; verschmacht. Gleich als ein kahn Baldt hin baldt her wird von der flutt geschmissen;

So fält vns an Der sorgen sturm wir werden hingerissen Auff dieses lebens schmertzẽ volle see. Da eitell weh!

Wie seelig ist Wer schaden frey kan an den port einfahren! Wer ihm erkiest Den rechten lauff der Gott ergebnen scharen

Der kan ob wellen bergen gleich' aufstehn: Nicht vntergehn!

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