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43.Auf das Absterben eines Adelichen Kindes an die betrübte Frau Mutter

Andreas Gryphius

Bißher dem Vaterland hochwehrte Frau gebohren! Bißher Eur Ehgemahl mit keuscher Frucht ergötzt! Bißher der Häuser Fall durch beyde Sohn ersetzt! Nun hat der Himmel auch zur Mutter euch erkohren.

Man hält diß Kind vor todt man spricht es sey verlohren: Ach nein! was auf der Welt die Sünde nicht verletzt Kan ja nicht sterblich seyn: der Herr nimmt was er schätzt Stracks hin wo Leben sich und Ewigkeit verschworen.

Denckt welch ein rauher Schmertz eur bebend Hertz umfieng Als dieses Liebe-Pfand gleich einer Sonn auffgieng Und küßt euch naß vor Angst und Furcht und Liebes-Zähren. Jtzt griff der fünffte Tag euch an mit rauhem Weh

Weil aus dem Thränen-Thal diß Kind drang in die Höh: Gedult! könt ohne Schmertz auch wol ein Weib gebähren?

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