Bißher dem Vaterland hochwehrte Frau gebohren!
Bißher Eur Ehgemahl mit keuscher Frucht ergötzt!
Bißher der Häuser Fall durch beyde Sohn ersetzt!
Nun hat der Himmel auch zur Mutter euch erkohren.
Man hält diß Kind vor todt man spricht es sey verlohren:
Ach nein! was auf der Welt die Sünde nicht verletzt
Kan ja nicht sterblich seyn: der Herr nimmt was er schätzt
Stracks hin wo Leben sich und Ewigkeit verschworen.
Denckt welch ein rauher Schmertz eur bebend Hertz umfieng
Als dieses Liebe-Pfand gleich einer Sonn auffgieng
Und küßt euch naß vor Angst und Furcht und Liebes-Zähren.
Jtzt griff der fünffte Tag euch an mit rauhem Weh
Weil aus dem Thränen-Thal diß Kind drang in die Höh:
Gedult! könt ohne Schmertz auch wol ein Weib gebähren?